Regionale Agenda

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Ökologisches und nachhaltiges Bauen im Oberbergischen Kreis

 
Einleitung
Im Oberbergischen Kreis entsteht seit April 1998 eine „Regionale Agenda“. In einem zehnmonatigen Prozess arbeiten Kreisverwaltung und das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) an der Entwicklung nachhaltender und zukunftsweisender Projekte und Vorhaben. Handlungsfelder sind hierbei Landwirtschaft und Ernährung, Arbeit und Umwelt sowie Bauen und Wohnen. Ein erster Schritt im Handlungsfeld Bauen und Wohnen ist die Erarbeitung der nun folgenden Informationen zum ökologischen und nachhaltigen Bauen. Grundidee bei der Zusammenstellung der Artikel war es, die Vielfalt der in der Region bestehenden Angebote sichtbar zu machen und Bauherren zum Nachdenken über ihre eigenen Gestaltungsmöglichkeiten anzuregen. Gesundes und umweltverträgliches Bauen ist in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. Veranlasst durch Befindlichkeitsstörungen wie z.B. Kopfschmerzen, Nervosität u.v.m. achten viele Menschen seit Beginn der achtziger Jahre auf ökologische Baustoffe und Techniken. Eine gute Einführung in die unterschiedlichen Möglichkeiten der Bauökologie bietet der erste Artikel von Michael Graen und Veit Mach. Dem Thema Außenanlagen widmet sich Dr. Gero Karthaus, dem eine Gestaltung von Terrassen, Gärten, Zugängen und Geländen, die sich an oberbergischen Eigenheiten orientiert, ein Anliegen ist.

Der Baustoff Holz ist ein natürlicher Baustoff. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald sowie die Forstämter Waldbröl und Wipperfürth sind Initiatoren des „Holzbaupreises“. Die Idee dazu, die bei den Umwelttagen in Nümbrecht geboren wurde, und ihre Ausführung finden Sie in einem Artikel von Malte Haase. Das Thema „Energie“ gehört zu jeder ökologisch durchdachten Planung. In den folgenden Texten wird auf Fördermöglichkeiten durch das Land NRW hingewiesen, und es werden Adressen für weitere Informationen genannt. Nachhaltiges Bauen betrifft nicht nur die Wahl von energiesparender Technik und ökologischen Baustoffen, es hat darüber hinaus eine soziale Dimension. Heinz Pahl-Kaupp schreibt in diesem Zusammenhang über Hausgruppenprojekte, die in einem offenen Planungsprozeß auf individuelle Art und Weise gemeinschaftliches Wohnen realisieren können. Für weitere Informationen zur „Regionalen Agenda“ können Sie sich an das Amt für Landschaftsschutz oder an das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (Herr Franck, Telefon  0202 / 8 05 30) wenden. ...............................................................................Kirein Franck

Die „Regionale Agenda“ wird als Pilotprojekt vom Ministerium für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft des Landes NRW gefördert. Nachhaltiges Bauen versucht, ökonomische, soziale und ökologische Ziele in Einklang zu bringen. Die nachstehende Abbildung aus dem neuesten Bericht der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages („Konzept Nachhaltigkeit, Bonn, 1998“) macht die unterschiedlichen Dimensionen der Nachhaltigkeit im Bereich „Bauen und Wohnen“ deutlich.

 

Ökonomische Dimension

  • Minimierung der Lebenszykluskosten von Gebäuden (Erstellung, Betrieb, Instandhaltung, Rückbau, Recycling etc.),
  • relative Verbilligung von Umbau- und Erhaltungsinvestitionen im Vergleich zum Neubau,
  • Optimierung der Aufwendungen für technische und soziale Infrastruktur,
  • Verringerung des Subventionsaufwandes,

 

Ökologische Dimension

  • Reduzierung des Flächenverbrauchs, 
  • Beendigung der Zersiedlung der Landschaft, 
  • Geringhaltung zusätzlicher Bodenversiegelung und Ausschöpfung von Entsiegelungspotenzialen, 
  • Orientierung der Stoffströme im Baubereich an den Zielen der Ressourcenschonung, 
  • Vermeidung der Verwendung und des Eintrages von Schadstoffen in Gebäude bei Neubau, Umbau und Nutzung; Beachtung dieser Prinzipien bei der Schließung des Stoffkreislaufs bei Baumaterialien, 
  • Verringerung der Kohlendioxid-Emissionen der Gebäude im Sinne des Beschlusses der Bundesregierung zur 25%-igen Reduktion insgesamt bis zum Jahre 2005.

 

Soziale Dimension

  • Sicherung bedarfsgerechten Wohnraums nach Alter und Haushaltsgröße; erträgliche Ausgaben für „Wohnen“ auch für Gruppen geringeren Einkommens im Sinne eines angemessenen Anteils des Haushaltseinkommens, 
  • Schaffung eines geeigneten Wohnumfeldes, soziale Integration, Vermeidung von Ghettos, 
  • Vernetzung von Arbeiten, Wohnen und Freizeit in der Siedlungsstruktur, 
  • „Gesundes Wohnen“ innerhalb und außerhalb der Wohnung, 
  • Erhöhung der Wohneigentumsquote unter Entkopplung von Eigentumsbildung und Flächenverbrauch, 
  • Schaffung bzw. Sicherung von Arbeitsplätzen im Bau- und Wohnungsbereich.

 

Baubiologie, Bauökologie

Gesundes und umweltverträgliches Bauen und Wohnen ist in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. Die Alternative zum konventionellen Bauen ist seit Beginn der 80er-Jahre das ökologische Bauen. Auch bei öffentlichen Gebäuden werden immer häufiger ökologische und baubiologische Aspekte beachtet. Planung, Ausführung und Materialien sind in der Zeit nach 1980 immer weiter verbessert worden, sodass die technische und bauliche Qualität der Gebäude heute auf einem sehr hohen Standard ist.

 

Gesundheit - Krankheit

Der Mensch verbringt den größten Teil seine Zeit in Häusern – Grund genug, sich mit dem Wohnraum besonders zu befassen. Immer öfter tritt das so genannte „Sick-Building-Syndrom“ auf, damit gemeint sind Befindlichkeitsstörungen, die auftreten können im Zusammenhang mit dem Aufenthalt in Innenräumen wie z.B. Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche, Depressionen, Nervosität, Allergien; die Liste der Symptome ließe sich noch weiter ausführen. Mit der Beachtung einiger wichtiger Kriterien zum biologischen Bauen wie z.B. Standortwahl, Baustoffwahl, Heizung Elektroinstallation, Dämmung und Konstruktionen (hier besonders konstruktiver Holzschutz) lässt sich das Wohnen und Leben in Innenräumen stark verbessern.

 

Baustoffe

Ökologisches Bauen ist auf unsere Umwelt ausgerichtet. Es ist zu beachten, dass die Auswahl der Baustoffe und des Bauplatzes besonders wichtig sind. Natürliche Baustoffe wie z.B. Holz und Lehm finden heute auch bei Neubauten wieder verstärkt Anwendung. Dabei sind der geringere Energieeinsatz bei der Produktion der Baustoffe und die positiven Eigenschaften auf das Wohnklima hervorzuheben. Diese Verbesserung des Wohnklimas wird durch den Einbau von Materialien wie z.B. Ziegel (gebrannter Lehm), Kork, Zellulosedämmung, Kokos, Hanf- und Flachsdämmung, Holzweichfaserplatten, Bodenbeläge aus Wolle, Kokos, Sisal, Holz, Kork und Linoleum unterstützt. Diese Materialien bilden in jeder Hinsicht die Alternative zu den oft schwer einschätzbaren Produkten aus der Retorte. Für die Beurteilung von Produkten ist eine Volldeklaration unerlässlich (ggf. beim Hersteller erfragen).

 

Haustechnik

 
Heizung:

Zunehmend werden für die Zentralheizung Niedertemperaturkessel eingesetzt. Eine Absenkung der Kesseltemperatur auf unter 50° ist hier bei geringerem Wärmebedarf möglich und wirkt sich günstig auf den Wirkungsgrad und die sonst üblichen Stillstandsverluste aus. Empfehlenswert sind Heizkörper mit hohem Strahlungswärme-Anteil, wodurch ein behagliches Raumklima entsteht. Als Zusatz- oder Alleinheizung eignet sich besonders gut ein gemauerter oder gekachelter Grundofen. Dies Öfen arbeiten wirtschaftlich und bieten eine angenehme Wärme.

Warmwasserbereitung:
Sonnenkollektoren können bei richtiger Auslegung, günstiger Neigung und Südausrichtung im Sommerhalbjahr fast vollständig die Wasserversorgung übernehmen. Für die übrige Zeit sollte die Warmwasserversorgung über die Zentralheizung erfolgen. Hier wird Energie gespart und der Umwelt ein großer Teil Kohlendioxid erst gar nicht zugemutet.

Regenwassernutzung:
Angesichts des hohen Wasserverbrauchs und der steigenden Bezugskosten für Trinkwasser, sind Regenwasser-Sammelanlagen nicht nur aus ökologischer, sondern auch aus finanzieller Sicht eine lohnende Investition. Gerade in unseren Breitengraden steht ausreichend Regenwasser zur Verfügung, um damit Toilettenspülung, Gartenbewässerung und Waschmaschine zu betreiben.

Elektrotechnik:
In unserer hochtechnisierten Welt ist Elektrosmog ein immer häufiger auftretender Verursacher von Befindlichkeits- und Schlafstörungen. Hier lässt sich oft mit einfachen Mitteln Abhilfe schaffen. Netzfreischalter und abgeschirmte Kabel, die elektrische oder magnetische Störfelder unterbringen, sind heutzutage Standard beim biologischen Bauen.

 

Entsorgung - Wiederverwertung

Ein weiterer Punkt, der in den nächsten Jahren sicher einen immer größeren Stellenwert einnehmen wird, ist der Umgang mit Rohstoffen. Letztendlich landet irgendwann jeder Baustoff auf dem Müll. Recyclingfähige oder kompostierbare Materialien sollten Sie deshalb vorziehen. Da die Müllgebühren auch in Zukunft sehr stark steigen werden, spart der schonende Umgang mit Rohstoffen und die Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen Platz auf Mülldeponien und Geld.

 

Wärmedämmung

Richtig gedämmte Wände und Dächer sorgen für angenehme Wärme im Winter und schützen im Sommer vor Hitze unter dem Dach. Hier können Sie eine Menge Heizkosten sparen. Es ist ein klarer Trend erkennbar, die Dämmungen immer mehr zu optimieren. Niedrigenergiehäuser mit besonders guten K-Werten werden in den nächsten Jahren zum Standard werden. In einem biologisch gebauten Haus haben künstliche Mineralfasern nichts zu suchen. Es gibt gute Alternativen zu diesen Produkten, wie z.B. Isofloc-Zellulosedämmstoff, Kokos, Schafwolle, Holzweichfaserplatten, Hanf, Baumwolle oder Flachs. Eine gute Dämmung soll nicht nur die Energieverluste in der kalten Jahreszeit minimieren, sondern auch im Sommer einen Schutz vor Hitze bieten. Als optimal haben sich Dämmstoffe mit einem höheren spezifischen Gewicht wie z.B. die Zellulose oder Holzweichfaserplatten herausgestellt. Eine Dämmung ist nur tauglich, wenn sie auch gut und fugenfrei verlegt ist. Um Bauschäden zu vermeiden muss bei der Konstruktion der Dämmung auf eine luftdichte Verlegung der Dampfbremse geachtet werden. Hierzu eigenen sich besonders die in den letzten Jahren weiterentwickelten Spezialpappen und Klebesysteme.

Beim energiesparenden und ökologischen Bauen sind Fenster und Türen ein weiterer wichtiger Punkt. Um Zugluft und Wärmeverluste zu vermeiden, müssen die Fenster und Außentüren luftdicht verschlossen werden. Achten Sie auf Wärmeschutzverglasung und setzen Sie Fenster und Türen bevorzugt aus heimischen Hölzern ein. Für energiesparendes Bauen gibt es an verschiedenen Stellen Zuschüsse und/oder zinsgünstige Darlehen, über Fördermöglichkeiten und Ansprechpartner können Sie sich in entsprechenden Kapitel in dieser Broschüre informieren.

 

Innenausbau

Teppichböden und Farben aus der Retorte mit all den Unwägbarkeiten sollten durch Produkte aus natürlichen Rohstoffen ausgetauscht werden. Aber Vorsicht: Auch hier ist zu beachten, dass nicht alles was nach Natur aussieht auch Natur ist. Beim Teppichboden sollten Sie eine Volldeklaration und eine Schadstoffanalyse verlangen. In vielen Teppichböden sind Schadstoffe wie z.B. Mottenschutzmittel, PCP, Lindan, Permethrin und andere Inhaltsstoffe mit zweifelhaftem Ruf. Für Farben gilt das Gleiche. Der „Blaue Engel“ ist hier kein ausreichendes Auswahlkriterium. Gesundheitliche Aspekte finden bei der Vergabe dieses Zeichens wenig Beachtung. Achten Sie bei Naturfarben auf die Volldeklaration nach den Richtlinien der Arbeitsgemeinschaft Naturfarben.

 

Holz und Holzbehandlung

Holz ist ein Baustoff, der mehr oder weniger in jedem Haus Verwendung findet. Achten Sie darauf, unbehandelte Hölzer einzusetzen und diese konstruktiv zu schützen. Chemischer Holzschutz nach DIN ist nur noch in wenigen Fällen vorgeschrieben und kann dann mit Produkten von Naturfarbenherstellern durchgeführt werden. Eine Oberflächenbehandlung von Holzfußböden mit Naturharzöl und Wachs ist im Wohnbereich und teilweise auch im Objektbereich die bessere Alternative. Beim Kauf von Holzfußböden sollten Sie darauf achten, dass die Hölzer eine optimale Restfeuchte im Bereich von 9-12% haben. Holzböden sollten beim Händler in klimatisierten Räumen gelagert werden, zu feuchtes Holz schwindet nach der Verlegung (Fugenbildung). Bei der Verlegung von Holzfußböden in Neubauten ist darauf zu achten, dass für Massivholz eine Unterkonstruktion aus Holz die beste Verlegeart ist. Wo Holz verlegt werden soll, können Sie den Estrich weglassen, Sie erhalten so einen stabil liegenden Boden und als Nebeneffekt eine bessere Dämmung. Die Kosten für eine gute Holzunterkonstruktion sind etwa vergleichbar mit den Kosten für einen Estrich.

 

Kosten

Ökologisches Bauen muss nicht teurer sein als konventionelles Bauen. Wichtig ist, beim Preisvergleich auch die Leistung und die Folgekosten mit einzubeziehen, z.B. eine optimale und gut ausgeführte Dämmung kostet auf den ersten Blick mehr. Über den niedrigeren Energieverbrauch lassen sich diese Mehrausgaben innerhalb kurzer Zeit wieder einsparen – danach verdient die Dämmung richtig Geld. Ein anderes Beispiel: Massivholzböden kosten mehr als billiges Laminat, dafür ist der Holzfußboden viel langlebiger und kann im Laufe der Jahre mehrfach aufgearbeitet werden. Das heißt, auf lange Sicht ist ein Massivholzboden wesentlich preiswerter als ein scheinbar „billiges“ Laminat. Auch hier gilt: Billig ist meistens teurer.

 

Beratung

Eine gute Beratung ist wichtig, baubiologische und ökologische Fachgeschäfte können in der Regel zu allen Themen Stellung nehmen und auch Firmen und Architekten benennen, die ökologisch bauen. Informationsmaterial sowie eine Liste von Händlern und Architekten kann beim Bundesverband Gesundes Bauen und Wohnen angefordert werden.

Auch wenn Sie Fragen zur Baubiologie haben, können Sie sich an die Mitglieder oder an den Verband direkt wenden:

    Anschrift:
    GBW e.V.
    Postfach 1543
    38005 Braunschweig
    Telefon 0531/ 35 28 51
    Fax 0531 / 35 52 12

    oder

    Regionalgruppenleiter
    Michael Graen
    Kölner Straße 2
    51580 Reichshof
    Telefon 02296 / 99 11 04.

    Ein weiterer Ansprechpartner:

    Institut für Baubiologie + Oekologie
    Holzham 25
    83115 Neubeuern

    Weitere Informationen zu ökologischem, energiesparendem Bauen finden Sie u.a. in den Broschüren des

    Ministeriums für Bauen und Verkehr
    des Landes Nordrhein-Westfalen (MBV) 
    Jürgensplatz 1 
    40219 Düsseldorf
    Telefon 0211 / 3 84 30
    Internet: www.mbv.nrw.de  


Außenanlagen
Wohnen erstreckt sich über das Gebäude hinaus: Terrasse, Garten und Zugang prägen das neue Zuhause genauso wie Geländemodellierung und Bepflanzung. Eine an oberbergischen Eigenheiten und Naturnähe orientierte Gestaltung der Außenanlagen kann gestalterische, ökologische und kostensparende Aspekte miteinander verbinden helfen. Dies bedeutet Überlegungen zur Außenanlagengestaltung bereits weit vor Baubeginn, am besten zeitgleich mit den Gebäudeplanungen: Gibt es ältere Bäume auf dem Baugrundstück, die nicht im Bereich des späteren Gebäudes stehen, sollte unbedingt versucht werden, diese zum Gerüst der späteren Gartengestaltung zu machen. Wertvoller Mutterboden sollte behutsam gelagert und bei der Neugestaltung wiederverwendet werden. Eine Orientierung der Geländegestaltung an den vorhandenen Geländeverhältnissen hilft kostenintensive Erdarbeiten zu vermeiden. Bei der Detailgestaltung hilft eine Orientierung an Materialien und Pflanzen, die für das Oberbergische typisch sind, um eine ansprechende und ökologisch sinnvolle Außenanlage zu erreichen. So kann eine Trockenmauer aus heimischen Grauwackesteinen gleichzeitig eine ansprechende Böschungssicherung und ein wertvoller Lebensraum sein. Die Verwendung heimischer Pflanzen gewährleistet relativ geringe Kosten, Robustheit und geringe Schädlingsbefall. Gartendetails wie z.B. Hecken, Obstgehölze, Sitzplatz, Staudenbeet und Hausbaum bieten weitere Möglichkeiten, oberbergische Dorfnatur mit den persönlichen Vorstellungen und Wünschen zu gestalten. Ergebnis kann ein interessanter Lebens- und Erlebnisraum sein, der das neue Zuhause komplett macht und einen Beitrag für ein kleines Stückchen oberbergischer Landschaft leistet. Informationen zu dem Thema erhalten Sie auch beim Naturschutzbund Oberberg (OBN), Schützenstraße 4a, 51643 Gummersbach, Tel. 02261 / 6 38 62 Dr. Gero Karthaus


Über Förderprogramme informieren:
Über das Energiesparprogramm des Landes für Energiesparmaßnahmen in und an Altbauten, z.B. Wärmeschutzverglasung, Wärmedämmung, Heizungserneuerung:
Wohnungsämter der kreisfreien Städte oder Kreise

Über das REN-Programm -Breitenförderung- des Landes für Investitionsvorhaben zur Nutzung unerschöpflicher Energiequellen, z.B. Sonnenkollektoren, Wärmepumpen, Windkraftanlagen, Photovoltaik:
Landesinstitut für Bauwesen
Außenstelle Dortmund
Telefon 0231 / 54 15-301

Weitere Informationen finden Sie in der Broschüre „Ökologische Beratungsangebote“
Ministerium für Städtebau und Wohnen,
Kultur und Sport des Landes NRW
Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Jürgensplatz 1
40219 Düsseldorf

MSWKS im Internet
Die Informationen zur Wohnungsbauförderung des Landes NRW sind auch im Internet abrufbar.

Der besondere Service:
Antragsformulare der Wohnungsbauförderungsanstalt (WfA) werden dort kostenlos bereitgestellt.
http://www.mbv.nrw.de  

Wer hilft weiter:
Bevor mit einer energiesparenden Investition begonnen wird und vor einer Prüfung, ob dafür Förderungsprogramme bereitstehen, ist es zweckmäßig, zunächst eine Energieberatung in Anspruch zu nehmen. Diese wird mit Förderung aus Haushaltsmitteln für private Haushalte von den örtlichen Büros der Verbraucherzentrale vermittelt und weitergeleitet an eine der über 50 Beratungsstellen in NRW.

Verbraucherzentrale NRW
Mintropstraße 27
40215 Düsseldorf
Telefon 0211 / 3 80 90
E-Mail: vz.nrw@vz-nrw.de  
Internet: www.vz-nrw.de  

Umwelt und Energie-Beratung
Schloßbleiche 20
42103 Wuppertal
Telefon 0202 / 44 74 32 (Energieberatung)
und 0202 / 44 06 36 (Umweltberatung)

Bei Rückfragen zum REN-Programm wenden Sie sich bitte an:
Landesinstitut für Bauwesen
des Landes NRW
Außenstelle
Ruhrallee 3
44139 Dortmund
Telefon 0231 / 54 15-301
Fax 0231 / 54 15-302


Holzbaupreis
Die Idee entstand 1996 beim Umwelttag in Nümbrecht. Erstmals 1997 lobte die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald im Oberbergischen Kreis in Zusammenarbeit mit den Forstämtern Waldbröl und Wipperfürth einen Holzpreis aus. Über 40 Besitzer von Holzhäusern, die in den Jahren 1990 bis 1997 errichtet wurden, beteiligten sich am Wettbewerb. Kriterium war neben dem Werkstoff Holz die Berücksichtigung von hohen ökologischen und baubiologischen Standards. Die gute Beteiligung überraschte die Organisatoren, zu denen auch das Holzbauzentrum Schmallenberg gehörte. Zehn Häuser erhielten Preise – den ersten Preis (DM 1.000,-) bekamen Anette und Martin Ott aus Waldbröl, deren Haus aus Fichtenholz gebaut ist. Fichtenholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft ist ein „Holz der kurzen Wege“ und wird seit 150 Jahren in den Wäldern Oberbergs produziert und von nahegelegenen Sägewerken verarbeitet. Zur Zeit werden nur etwa 60% des nachhaltig nutzbaren Holzes auch tatsächlich geerntet. Das heißt, in den oberbergischen Wäldern wächst mehr Holz nach als genutzt wird. Neben dem ökologischen Baustoff Holz ist das Haus der Preisträger mit einer fortschrittlichen Energietechnik (Erdgasheizung samt Wärmerückgewinnung, Sonnenkollektoren) und einer Regenwasser-Sammelanlage ausgestattet. Ein weiterer Preisträger (Ehepaar Faubel aus Radevormwald) beeindruckte durch seine behutsame Planungs- und Bauweise. Eine unmittelbar neben dem Holzhaus wurzelnde schützenswerte 50 Jahre alte Linde wurde durch die Bauherren gezielt erhalten. Die Bilder von den Häusern der Preisträger wurden in einer Wanderausstellung in den Räumen der Kreissparkasse gezeigt und lieferten interessierten Betrachtern reichhaltiges Anschauungsmaterial.

Malte Haase Information:
Schutzgemeinschaft Deutscher Wald
Hömel 16
51588 Nümbrecht
Telefon 02293 / 31 31.


Holzgruppenprojekte
Sehr eigene Vorstellungen, Wünsche und Hoffnungen begleiten meistens am Anfang die Idee, endlich seine eigenen vier Wände zu planen und zu bauen. Aus dem Normalbürger wird ein Bauherr oder eine Bauherrin! Eingedeckt mit Informationen aus Magazinen, Zeitschriften und Büchern bahnt sich dieser den Weg zu den Realisierungsmöglichkeiten.

Der wichtigste Schritt zu den eigenen vier Wänden bleibt dabei meist auf der Strecke, denn eine Erkundung der persönlichen Wünsche, Hoffnungen und Ideen, die eine notwendige Grundlage der Bebauung ist, findet meist nur sehr eingeschränkt statt. Den Bauwilligen gelingt es oft nicht, zusammen mit einem Baukundigen den Prozess des Planens und Bauens mit Freude so zu gestalten, dass sie ihn mit Würde und Anstand überstehen und mit dem Ergebnis zufrieden sind.

Dieser Tatsache muss durch einen dynamischen Planungs- und Bauprozess Rechnung getragen werden. Die Ideen, Hoffnungen und Gefühle sollten Ausgangspunkt eines Hauses sein. Die Identifikation mit dem Haus – das sich Erkennen in dem meist nicht gerade billigen „Objekt der Begierde“ ist wesentlicher Bestandteil dessen, was die Bewohner dann später – im Nutzungsprozess – als „sich wohl fühlen“ bezeichnen.

Warum aber macht es dann Sinn, sich an einem Hausgruppenprojekt zu beteiligen, wenn das Planen & Bauen eigentlich durch so viel Individualität gekennzeichnet ist?

Wenn eine wesentliche Grundlage der Planung das Sich- und seine Wünsche und Hoffnungen Erkennen ist, und wenn Bauwillige mit Baukundigen erarbeiten sollten, was das Ziel ist und wie es erreicht werden kann, dann ist bei einem Hausgruppenprojekt die Zweidimensionalität von Bauwilligen und Baukundigen durch eine oder mehrere weitere Dimensionen (sprich: Vorstellungen und Ideen von anderen Menschen) erweitert.

Rein praktisch erlaubt das Planen und Bauen eines Eigenheimes als Teil eines Hausgruppenprojekts, dass die eigenen Vorstellungen und Ideen im Gespräch mit Menschen, die auch Bauherren bzw. Baufrauen sind, geprüft und weiterentwickelt werden können. Der Weg, den jeder für sich selbst sucht, wird durch andere beflügelt und erweitert. Dies ist kein Zwang, sondern eine neue Möglichkeit.

Die Vielzahl von Vorstellungen, Hoffnungen und Gefühlen, die mit Planen und Bauen verbunden sind, sind aufgrund meiner Erfahrung auch bei Lebenspartnern nicht einheitlich – oder gar von vorneherein in sich stimmig.

Ein Klärungsprozess, der über die Vorstellung der Einzelnen hinausweist und zur Entwicklung von gemeinsamen Lösungen führt, kann in einem Hausgruppenprojekt besonders gut stattfinden, da die Möglichkeit besteht, von ähnlich gearteten Lösungsfindungen zu profitieren. Sich dafür zusammenzusetzen kann dazu beitragen, dass Planen und Bauen Freude macht.

Und dies leitet zu sehr rationalen Dimensionen des Planens und Bauens in einem Hausgruppenprojekt über.

  • Ökonomische Ziele brauchen nicht ausschließlich auf das Einzelobjekt reduziert bleiben. (Dies gilt von der Finanzierung bis zur Materialbeschaffung). 
  • Technische Festlegungen, insbesondere zur Baukonstruktion, Gestaltung des Raumklimas, des Wärmedämmstandards oder der Regenwassernutzung können gemeinsam getroffen werden. 
  • Ökologisch – sinnvolle Nutzung der gesamten Hausgruppen-Projektfläche, nicht nur des Einzelgrundstücks ist möglich. 
  • Sozial gesehen beinhaltet ein Hausgruppenprojekt immer auch die Möglichkeit, über den Prozess des Planens und Bauens hinaus ein Sozialleben vital zu halten 
  • Psychologisch ergibt sich aus der Transparenz und Nachvollziehbarkeit eines Hausgruppenprojekts (insbesondere, wenn Eigenleistungen bei der Umsetzung aktiviert und einbezogen werden), dass eine sehr hohe Identifikation mit dem, was geschaffen wird, entsteht – und Wert für den Einzelnen hat, der über die €-Dimension hinausgeht. 
  • Ästhetisch – im Sinne von künstlerisch wertvoll, sollte ein Hausgruppenprojekt ein Hort von Individualität mit dem Streben nach einem sinnvollen Ganzen sein. Und dies gelingt nur, wenn in der Planungsphase bei der Erkundung von Wünschen, Hoffnungen und Ideen Zeit investiert wird.

Heinz Pahl-Kaupp

 



Letzte Änderung: 06. Dezember 2010