Fakten und Tendenzen

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Ausstellung
"Die Zukunft gestalten - Oberberg packt´s an"
 

 

 

Der Bauch verschiebt sich

Die Bevölkerungsstatistik hat einen Bauch. Das gilt für ganz Deutschland – das gilt auch für Oberberg. Doch dieser Bauch verschiebt sich nach oben. Denn künftig dominieren die Älteren die Bevölkerungsstatistik.

Die geburtenstarken Jahrgänge sind jetzt in der Mitte der Bevölkerungspyramide angekommen. Sie sind die Leistungsträger unserer Unternehmen, sie prägen das gesellschaftliche Leben. Sie haben sich dran gewöhnt, viele Freunde und Bekannte zu haben, die etwa gleich alt sind.

 

Immer weniger Leistungsträger

Ein Blick in die Zukunft: In 20 Jahren sind die Babyboomer des vergangenen Jahrhunderts vielfach Rentner und Pensionäre. In der Mitte der Pyramide stehen die heutigen Schulabsolventen, die Hochschülerinnen, die jungen Angestellten und die jungen Existenzgründer. Sie sind die Leistungsträger. Von ihnen wird es weit weniger geben als heute.
Skeptiker warnen vor dem Renten-Kollaps, vor überalterten Regionen, vor leeren Fabriken, denen die Mitarbeiter fehlen. 

 

Zukunftsfähige Entwicklungen

Oberberg aber packt´s an – und bewältigt den Wandel, den die Bevölkerungsentwicklung mit sich bringt. Unternehmen entdecken neue Märkte. Ältere Menschen benötigen andere Produkte und Dienstleistungen, die speziell auf sie zugeschnitten sind. Und Oberbergs Unternehmen haben sich schon früh fit gemacht für den demografischen Wandel. Ältere Menschen bringen sich auch nach dem Ruhestand ein, Netzwerke zwischen Alt und Jung entstehen zu beiderseitigem Vorteil. Im Oberbergischen Kreis ist auch das Leben auf dem Lande im Alter noch lebenswert. Neue Angebote sichern die Versorgung der weniger mobilen Menschen, die das Leben im Grünen genießen.

In Oberberg leben mehr Familien als in vielen anderen deutschen Regionen. Denn hier stimmt das soziale Netz, hier herrscht eine hohe Lebensqualität. Ein Umfeld, in dem Eltern auch ihre Kinder gerne groß ziehen. 

 

Das Bevölkerungswachstum ist beendet

Seit 1950 hat Oberberg kräftig zugelegt. Nach dem Krieg waren es rund 190.000 Menschen, die im heutigen Oberbergischen Kreis lebten. Heute sind es etwa 100.000 mehr.

Doch damit ist jetzt Schluss. Rund 290.000 Einwohner – das ist die Zahl der nächsten Zukunft für Oberberg. Dabei ändert sich die Altersstruktur grundlegend.

Der Anteil der Menschen über 60 Jahre steigt. Heute sind es rund 24 Prozent, also knapp 70.000. Davon sind allein 12.500 älter als 80 Jahre. Im Jahr 2025 werden über 31 Prozent älter als 60 Jahre sein – dies sind dann rund 92.000. Davon zählen dann etwa 23.000 zu den über 80-Jährigen. Dafür aber sinkt die Zahl der jungen Oberberger. Heute sind es rund 23 Prozent – also 68.000, die unter 20 Jahre alt sind. Damit hält sich die Zahl der jungen und älteren Oberberger heute so ziemlich die Waage. Bis 2025 sinkt der Anteil der unter 20-Jährigen unter 19 Prozent. Dann leben weniger als 55.000 junge Menschen in Oberberg. Verglichen mit der Zahl der älteren ist dies eine gewaltige Verschiebung.

Immerhin: Im Oberbergischen Kreis sieht es so schlecht mit dem Nachwuchs gar nicht aus. Rund 1,5 Kinder werden hier pro Frau geboren. Das ist kein schlechter Wert im Vergleich mit dem bundesdeutschen Durchschnitt von stark 1,3 Geburten pro Frau. Doch auch der oberbergische Wert müsste noch deutlich ansteigen, wenn allein über die Geburtenzahlen der Schrumpfungsprozess gestoppt werden soll – 2,1 Geburten pro Frau wären hier das Maß der Dinge.

Diese Zahlen sind Hochrechnungen. Sie basieren auf Daten beispielsweise des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik. Die Bertelsmann-Stiftung hat diese und viele weitere Zahlen zusammen getragen und auch erste Tipps und Ratschläge zusammengestellt. Denn Prognosen sind nichts weiter als ein Rechenspiel. Wenn sich die Bedingungen ändern, dann kann sich auch die Bevölkerungsentwicklung ändern. Ein Beispiel: In den 60er Jahren wurden vergleichsweise viele Kinder geboren. Dann kam die Pille – und mit ihr der Pillenknick. Eine Entwicklung, die mit einem Schlag alle ehemaligen Prognosen nichtig machte.  

 

Auszug aus Ostdeutschland und dem Ruhrgebiet – gute Chancen auch für Oberberg

In Ostdeutschland rollen die Bagger. Da wird abgerissen, was vor 30 oder 40 Jahren erst aufgebaut wurde. Stadtteile sind entvölkert – auf dem Lande verfallen die Dörfer. Die Natur holt sich rasend schnell zurück, was ihr über Jahrzehnte und Jahrhunderte abgerungen wurde.

Entvölkerung, die wird es im Osten geben, im Saarland, aber auch im Osten von Hessen, im Norden und Osten Bayerns beispielsweise. Die Menschen ziehen in die Speckgürtel der Metropolen. Rund um Berlin und München beispielsweise leben immer mehr Menschen, so die Prognosen. 

 

Stabiles Oberberg

Die Ausgangslage für Oberberg ist gut. Während Oberbergs Bevölkerungszahl stabil bleibt, müssen fast alle Städte und Kreise in der Nachbarschaft mit einem Bevölkerungsschwund rechnen. Allein Köln und der Rhein-Sieg-Kreis sollen zahlenmäßig noch zulegen.

Oberbergs gute Perspektiven drücken sich auch in Zahlen aus. Nach Einschätzung der Bertelsmann-Stiftung bleibt Oberberg jünger als NRW und auch jünger als die meisten Nachbarn. Im Jahr 2020 liegt im Oberbergischen Kreis das Durchschnittsalter bei 45,1 Jahren – im NRW-Schnitt sind es 45,6 Jahre.

Köln bringt es dank der Universität auf ein Durchschnittalter von 44,3 Jahren, fast alle anderen Nachbarn liegen über dem NRW-Durchschnittswert. Der Märkische Kreis bringt es auf ein Durchschnittsalter von 45,9, der Wuppertal auf 46,1, Leverkusen auf 46,2 und der Rheinisch-Bergische Kreis altert gar auf 46,7 Jahre. 

 

Oberberg altert langsamer

Im Vergleich mit dem gesamten Bundesland Nordrhein-Westfalen ist der Anteil der Menschen bis 25 Jahre größer. Oberberg ist also vergleichsweise jugendlich. Aus gutem Grunde: Oberberg ist bei Familien beliebt. Hier genießen die Menschen eine hohe Wohn- und Umweltqualität. Und Oberberg ist sicher – die Polizei registriert hier die wenigsten Kriminalitätsfälle im Landesvergleich. 

 



Letzte Änderung: 23. März 2010